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FRAU JENNY TREIBEL

Gut gespielt:

Corinna und Leopold verlobten sich gegen den elterlichen Willen.

Rangsdorfer Theaterlaien überzeugen mit Fontane
,,Buntspecht"-Premiere mit ,,Jenny Treibel"


Rangsdorf. Begeisterter Applaus und mehrere wenigstens virtuelle Vorhänge beendeten Freitagabend die Premiere des Theodor-Fontane-Stücks ,,Frau Jenny Treibel" in der Rangsdorfer Kulturscheune. Regisseur Eike Mewes trat zu den Mimen des von ihm ins Leben gerufenen Laientheaters ,,Buntspecht" und hatte eine besondere Würdigung im Gepäck. Fontanes Stücke seien 130 Jahre alt. Vieles falle da selbst deutschen Muttersprachlern schwer. ,,Unsere Jenny Treibel war Kimberley Nelson, gebürtige Kanadierin, die sich mit unglaublicher Disziplin die Texte angeeignet hat", so Mewes. Nicht nur dafür gab es extra Blumen, Sekt und Applaus.

Kimberley Nelson hat das Schauspielhandwerk in ihrer Heimat erlernt und gehört seit langem zu den ,,Buntspechten". Sie konnte in der Namengebenden Rolle des Fontane-Stückes mit großer Präsenz punkten. Neben ihr verkörperte Siegfried Fiedler den Gatten, Fabrikant Treibel. Eine gute Figur machte Antje Ehrentraut, die als Professorentochter Corinna den Sohn Leopold des Ehepaars Treibel begehrt. Auch die von Barbara Fischer dargestellte Gestalt des Leopold war eine Augenweide.

Die Geschichte, die Fontane auftischt, ist simpel: Treibeis Ehefrau Jenny, aus einfachsten Verhältnissen stammend, genießt ihren gesellschaftlichen Aufstieg durch die Heirat. Ihre beiden Söhne möchte sie nicht unter Wert verheiraten. Als Corinna und Leopold sich heimlich verloben, bietet Mutter Treibel alle Kraft auf, um die Ehe zu verhindern. Doch auch Professor Schmidt (Gerald Gronke) - einst Jennys Geliebter - hat Vorstellungen, wen seine kluge Corinna heiraten soll. Am Schluss kommt es trotz aller Romantik zu zwei Hochzeiten unter Nützlichkeitserwägungen: Leopold ehelicht in eine reiche Hamburger Familie, Corinna heiratet ihren Cousin Marcel. Etwas mehr Tempo hätte der Inszenierung gut getan, die Rangsdorfer Mimen bewältigten den Stoff aber gut und eine kleine technische Panne wurde vom geneigten Publikum weggeklatscht. Am 13. und 14. September um 19 Uhr und am 15.September um 18 Uhr wird sich in der Kulturscheune wiederum der Vorhang zu ,,Frau Jenny Treibel" öffnen.


Prospekt zur Premiere Seite 1 & 2


Seite 3 & 4

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